Kosten für den AM-Führerschein: Was kostet der Moped- und Rollerführerschein in Deutschland 2026?
Für Jugendliche ist der Führerschein der Klasse AM das goldene Ticket zur ersten echten Unabhängigkeit. Seit der Herabsetzung des Mindestalters dürfen 15-Jährige in ganz Deutschland legal mit dem Moped, dem Motorroller oder sogenannten Microcars (Leichtkraftfahrzeuge bis 45 km/h) am Straßenverkehr teilnehmen. Kosten Führerschein AM Deutschland 2026
Doch die Inflation und gestiegene Betriebskosten für Fahrschulen haben auch vor den Zweirädern nicht haltgemacht. Wer im Internet nach den Kosten für den Führerschein AM sucht, stößt oft noch auf veraltete Angaben von 500 bis 800 Euro.
Die Realität im Jahr 2026 sieht anders aus: Im bundesweiten Durchschnitt müssen Familien heute deutlich tiefer in die Tasche greifen. In diesem Preisguide von Fuehrerscheinexperte.de schlüsseln wir alle realen Kostenpunkte transparent auf.
Der große Unterschied: Keine Pflichtstunden bei der Klasse AM
Im Gegensatz zum Autoführerschein (Klasse B) oder dem größeren Motorradführerschein (Klasse A1) gibt es beim AM-Führerschein keine gesetzlich vorgeschriebenen Sonderfahrten (Überland-, Autobahn- oder Nachtfahrten). Kosten Führerschein AM Deutschland 2026
Die Ausbildung umfasst:
- Theorie: 12 Doppelstunden Grundstoff (bzw. 6 bei Vorbesitz) + 2 Doppelstunden Zusatzstoff für Motorrad/Moped.
- Praxis: Reine Übungsstunden. Wie viele Fahrstunden am Ende absolviert werden müssen, entscheidet allein der Fahrlehrer basierend auf dem fahrerischen Können und der Sicherheit des Schülers auf dem Zweirad. In der Regel reichen hierfür 4 bis 9 Übungsstunden aus.
Die Kosten im Jahr 2026: Eine detaillierte Übersicht
Da Fahrschulen ihre Tarife in Deutschland frei kalkulieren dürfen, variieren die Endpreise stark nach Region (Stadt vs. Land) und Bundesland. Während man im Osten oder in ländlichen Regionen manchmal noch unter der 1.000-Euro-Marke bleibt, melden Fahrschüler aus Ballungsräumen im Jahr 2026 regelmäßig Gesamtkosten zwischen 1.200 und 1.700 Euro.
Die folgende Tabelle zeigt, wie sich der Gesamtpreis für den AM-Schein realistisch zusammensetzt:
| Kostenpunkt | Preisspanne (Durchschnitt 2026) | Empfohlener Richtwert |
|---|---|---|
| Grundgebühr Fahrschule (inkl. Theorieunterricht) | 250,00 € – 450,00 € | 350,00 € |
| Lernmaterialien / Führerschein-App | 40,00 € – 90,00 € | 60,00 € |
| Fahrstunden (Übungsfahrten, ca. 6 Stunden à 75 €) | 360,00 € – 600,00 € | 450,00 € |
| Vorstellungsgebühr Fahrschule (Theorie & Praxis) | 180,00 € – 300,00 € | 220,00 € |
| Amtliche Prüfgebühren (TÜV / DEKRA) | ca. 155,00 € (Gesamt) | 155,00 € |
| Nebenkosten (Erste-Hilfe-Kurs, Sehtest, Passfoto) | 65,00 € – 110,00 € | 80,00 € |
| Straßenverkehrsamt (Führerscheinantrag) | 40,00 € – 70,00 € | 50,00 € |
| Gesamtkosten (beim 1. Versuch) | 1.085,00 € – 1.775,00 € | ca. 1.365,00 € |
Zusatzfaktor Fahrzeugtyp: Wer die praktische Prüfung auf einem vierrädrigen Leichtkraftfahrzeug (Microcar wie z.B. von Aixam oder Ligier) statt auf einem klassischen Roller absolviert, muss meist mit höheren Fahrstunden-Preisen rechnen, da diese Fahrzeuge im Fuhrpark der Fahrschulen seltener und teurer im Unterhalt sind.
Die amtlichen Fixkosten bei TÜV und DEKRA
Während sich die Preise der Fahrschulen stark unterscheiden, sind die reinen Prüfgebühren der Prüforganisationen bundesweit gesetzlich festgeschrieben. Im Jahr 2026 belaufen sich diese Posten für die Klasse AM auf:
- Theoretische Prüfung: 24,99 Euro
- Praktische Prüfung: 129,83 Euro
Achtung: Sollte ein Prüfungsversuch misslingen, müssen diese amtlichen Gebühren (sowie die Vorstellungsgebühr der Fahrschule) für die Wiederholung erneut bezahlt werden. Ein Fehlversuch in der Praxis treibt die Kosten somit schnell um weitere 200 bis 250 Euro in die Höhe.
Versteckte Zusatzkosten: Vergessen Sie die Schutzkleidung nicht!
Ein Posten, der von vielen Eltern bei der Budgetplanung übersehen wird, ist die vorgeschriebene Motorrad-Schutzkleidung. Auch für die Ausbildung auf einem 45-km/h-Roller verlangen Fahrlehrer und Prüfer aus Sicherheitsgründen eine vollständige Ausrüstung.
Ohne diese Ausrüstung wird der Fahrschüler nicht zur Praxisprüfung zugelassen:
- Passender Helm (mit ECE-Norm)
- Motorradjacke und Motorradhose (mit Protektoren)
- Motorradhandschuhe
- Knöchelhohes, festes Schuhwerk (z.B. Motorradstiefel)
Hierfür sollten vorab zusätzlich mindestens 250 bis 400 Euro eingeplant werden, sofern die Kleidung nicht im Bekanntenkreis geliehen werden kann.
Fazit: Lohnt sich der AM-Führerschein im Jahr 2026?
Der Mopedführerschein ist mit rund 1.300 Euro kein günstiges Unterfangen mehr. Dennoch lohnt sich die Investition für viele Jugendliche – insbesondere in ländlichen Regionen ohne gut ausgebauten Nahverkehr.
Ein wichtiger Spartipp zum Schluss: Wer ohnehin vorhat, mit 16 Jahren den größeren A1-Führerschein (bis 125 ccm) oder mit 17 das Begleitete Fahren (Klasse B) zu beginnen, kann sich das Geld für die Klasse AM unter Umständen sparen. Im Autoführerschein (Klasse B) ist die Klasse AM nämlich automatisch und ohne Zusatzkosten enthalten.
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